Als Hypersexualität, umgangssprachlich Sexsucht (beim Mann = Satyriasis, bei der Frau = Nymphomanie), wird in Medizin, Psychotherapie, klinischer Psychologie und Sexualwissenschaft ein über die Norm hinausgehendes sexuelles Verlangen bzw. sexuell motiviertes Handeln bezeichnet, das unterschiedliche Ursachen haben kann. Insbesondere unter Sexualwissenschaftler*innen ist aber umstritten, was genau denn die Norm ist. „Sexsucht“ meint vor allem das unkontrollierte Verlangen nach sexueller Befriedigung, bei dem platonische soziale Kontakte, Familie und Beruf vernachlässigt werden.

Übrigens: Im 19. Jahrhundert wurden alle Frauen, die (überhaupt) ein sexuelles Verlangen äußerten oder diesem nachgingen, als nymphoman bezeichnet. Typischerweise wurde damals mit Aderlass, Blutegeln oder Amputation der Klitoris „behandelt“.