Das Wort „Inzest“ ist von lateinisch „castus“ (keusch, rein) und „in“ (nicht) als „incestus“ (unkeusch, unrein, befleckt) abgeleitet. Das Wort bezieht sich u.a. auf den Geschlechtsverkehr bzw. die Sexualität zwischen nahen Verwandten, wie z.B. zwischen Eltern und Kindern, Großeltern und Enkelkindern, Geschwistern, usw.. Inzest birgt oft moralische, soziale Belastungen, wie schwere seelische Schäden und lebenslange psychische Probleme, die es zu einem Tabu machen. Aber es gibt auch medizinische Gründe dafür. Denn enge Verwandte haben ähnliche Gene, und wenn sie zusammen ein Kind zeugen, besteht eine sehr hohe Gefahr, dass das Kind mit schweren Erbkrankheiten belastet ist. Deshalb ist Inzest in Deutschland nach § 173 des Strafgesetzbuches auch strafbar und wird als sexueller Missbrauch betrachtet.

In der Geschichte gab es aber auch Ausnahmen, wie z.B. im alten Ägypten, wo Pharaonen ihre Schwestern heirateten. Gerade weil der Inzest ein Tabu ist, spielt er in Liebesbeziehungen zwischen Geschwistern („Verbotene Liebe“), Eltern und Kindern („Ödipus“) in der Mythologie und in Menschheitsgeschichten eine große Rolle.