Der Begriff Safer Sex (sichererer Sex) kam im Zuge der Diskussion um HIV bzw. Aids auf und beschreibt ein Bündel von Verhaltensweisen und Vorsichtsmaßnahmen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit dazu geeignet sind, das Risiko einer Ansteckung mit HIV (und anderer sexuell übertragbaren Infektionen) deutlich zu reduzieren. Der Komparativ safer soll darauf aufmerksam machen, dass es keinen absoluten, „sicheren“ (safe) Schutz vor einer Infektion geben kann, dass aber das Risiko deutlich reduziert werden kann, der Sexualkontakt wird „sicherer“ (safer). Im deutschen Sprachraum ist auch die Bezeichnung geschützter Sex üblich.

Man kann Sexpraktiken nachgehen, bei denen es zu keinem Austausch von Körperflüssigkeiten (Sperma, Darmsekret, Scheidensekret, Blut) kommt, z.B. beim Petting bzw. Fummeln. Eine Ansteckung mit HIV beim Lecken oder Blasen ist sehr unwahrscheinlich, aber ein Übertragungsrisiko für andere sexuell übertragbare Infektionen (Tripper, Chlamydien, Syphilis) besteht.

Sicheren Schutz vor einer HIV-Infektion bieten Kondome beim Vaginal- und Analverkehr. Bei der Verwendung von Kondomen sollte darauf geachtet werden, dass das Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten ist, dass die Qualität stimmt und du die passende Größe für den Penis ausgewählt wurde. Diese Variante reduziert das Risiko der Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Infektion erheblich.

Wenn der*die Sex-Partner*in HIV-positiv ist, regelmäßig seine*ihre Medikamente (Antiretrovirale Therapie) einnimmt und mindestens 6 Monate unter der Nachweisgrenze ist, kann man sich beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr nicht mehr infizieren. Diese Schutzstrategie nennt sich Schutz durch Therapie. Sie schützt aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Wem es nicht gelingt, Kondome sachgemäß und konsequent zu verwenden oder wer z.B. eine Sex-Party besuchen möchte, bei der Kondome out sind, kann sich die PrEP verschreiben lassen. Die PrEP schützt sehr wirksam vor einer HIV-Infektion, aber nicht vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Wer sich für diese Schutzstrategie entscheidet, sollte sich im Vorfeld bei einem erfahrenen HIV-Behandler ausführlich beraten.