PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe = Vor-Risiko-Vorsorge) in Leipzig

 

Die „Pillen davor“

Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen vorbeugend bestimmte HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Die PrEP schützt aber nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten!

 

Wie funktioniert die PrEP?

Die zur PrEP verwendeten HIV-Medikamente enthalten zwei Wirkstoffe, die HIV an der Vermehrung hindern. Kommt HIV beim Sex ohne Kondom in deinen Körper, dann bleibt man vor einer Ansteckung mit HIV geschützt.

„Die Tabletten für sorgenfreieren Sex beruhen auf den beiden Wirkstoffen Emtricitabin und Tenofovir. Das sind Substanzen, die das HI-Virus an seiner Vermehrung hindern. In mehreren Studien zeigte sich, dass sie vor einer HIV-Infektion schützen können. Die wichtigsten beiden dieser Erhebungen aus Europa sind die Ipergay- und die Proud-Studie, deren Ergebnisse die Forscher jeweils 2015 veröffentlichten.

An beiden nahmen einige Hundert homosexuelle Männer und Transsexuelle teil. Sie schützten sich unabhängig von der Studie beim Analsex nicht immer mit Kondom. Im Schnitt hatten sie acht verschiedene Partner in zwei Monaten. In beiden Studien bekam ungefähr die Hälfte ein Placebo. Schon nach einigen Monaten zeigte sich der Effekt der präventiven Pillen: Die Prepper infizierten sich deutlich seltener mit dem HI-Virus. In beiden Erhebungen lag der Schutz bei 86 Prozent. „Wenn man sich die Daten genau anschaut, sieht man, dass die wenigen Männer, die sich infizierten, die Tabletten nicht wie vorgeschrieben einnahmen. Der tatsächliche Schutz sollte also noch höher liegen“, sagt Heiko Jessen von der größten HIV-Schwerpunktpraxis in Deutschland. Experten geben den Schutz bei ordnungsgemäßer Einnahme mit 99 Prozent an. Die Pille gegen HIV bietet also eine sehr hohe, aber keine absolute Sicherheit.“  *[Quelle: Donner, Susanne; Der Tagesspiegel]

 

Was muss ich beachten?

Wenn du dich dafür entscheidest, dann solltest du dich gut beraten lassen. Hierzu gibt es in der aidshilfe leipzig professionelle Beratung und alle aktuellen Informationen.

Du solltest dir einen Arzt suchen, der sich mit HIV gut auskennt. Dies kann zum Beispiel ein HIV-Schwerpunkt-Arzt sein. In Leipzig ist das z.B.

  • MEDCENTER Leipzig, Ärztehaus am St. Georg
    Gemeinschaftspraxis Dr. Michael Waizmann, Dr. Kathleen Barthel, Dr. Thomas Heuchel (freitags)
    Delitzscher Straße137, 04129 Leipzig
    Telefon: 0341 – 60 18 444
  • Hausarztpraxis Dr. Ines Ruck
    Käthe-Kollwitz-Straße 9, 04109 Leipzig
    Telefon: 0341 – 98 00 283
    http://praxis-dr-ruck.de/
  • Städtisches Klinikum St. Georg
    Infektionsambulanz, OA Dr. Thomas Grünewald
    Delitzscher Straße 141, Haus 12, 04129 Leipzig
    Telefon: 0341 – 90 92 /616 oder /618
  • Universitätsklinik Leipzig
    Zentrum für Innere Medizin, Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin,
    OA Prof. Dr. Christoph Lübbert, Dr. Amrei von Braun
    Liebigstraße 20, Haus 4, 04103 Leipzig
    Telefon: 0341 – 97 12 222 oder 0341 – 97 24 970

Voraussetzung für die PrEP ist ein Nachweis, dass du HIV-negativ bist.

Unabhängig ob du die PrEP situativ oder ständig einnimmst, solltest du dich regelmäßig auf andere sexuell übertragbare Infektionen einschließlich Hepatitis C sowie u.a. die Nierenfunktion untersuchen lassen.

Der Arzt stellt dir nach einer gründlichen Beratung ein Privat-Rezept (Monatsration derzeit ca. 50,00€) aus, welches du in folgenden Leipziger Apotheken einlösen kannst:

  • Struwwelpeter-Apotheke Leipzig (Tel.: 0341-5640036)
  • Apotheke am Sankt Georg Leipzig (Tel.: 0341-900400)
  • Apotheke im Hauptbahnhof Leipzig (Tel.: 0341-1406080)

Die Behandlung durch den Arzt ist möglicherweise voll- oder auch teilweise kostenpflichtig. Sprich darüber vorher mit deinem Arzt!

Bei allen Vorteilen in Sachen Schutz vor einer HIV-Infektion durch die PrEP solltest du immer beachten, dass du damit eine nicht unerhebliche Menge an Medikamenten zu dir nimmst und somit auch die Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen (Nierenschädigungen, u.a.) auftreten können.